Sicherheitstipps für den 1.Mai

Nicht nur die kalten Temperaturen lassen dieses Jahr noch keine echte Stimmung für den 1.Mai aufkommen. Ob es in Kreuzberg unter der scheinbar ruhigen Oberfläche brodelt, lässt sich kaum einschätzen und die leider nötige Konzentration auf den Nazidreck in Schöneweide bindet zudem Kräfte. Trotzdem wird es morgen auf der von den Bullen diktierten Route der „Revolutionären 1.Mai Demonstration“ eine anarchistische und autonome Präsenz geben. Dafür wollen wir euch einige Vorschläge zur Sicherheit unterbreiten.

Videos und Fotos
Filmmaterial der Bullen wird innerhalb weniger Minuten ausgewertet und an die Zugführer der BFE geleitet. Wir gehen deshalb davon aus, dass Leute die uns filmen oder fotografieren und davon auch nach freundlicher Ermahnung nicht ablassen, Bullen oder Vollidioten sind.
Macht keine Aufnahmen und hindert auch andere daran!

Zivis
Im letzten Jahr haben laut Innesenat 580 zivile Bullen am 1.Mai teilgenommen. Da wir eine unbewaffnete, antistaatliche Demo durchführen, müssen wir diese also zumindest aus unserem Umfeld verbannen. Nicht jeder über 25 Jahre ist ein Zivi, aber jede Hundertschaft hat ganz junge Auszubildende als zivile Aufklärer dabei. Wir haben umfangreiches Fotomaterial der letzten Jahre ausgewertet und werden morgen die bekannten Zivis markieren, damit sie aus der Demo verwiesen werden. Wenn euch jemand verdächtig erscheint, sprecht die Person höflich an und bittet sie sich durchsuchen zu lassen. Einige Zivis haben allerdings bis auf ihren Ausweis und Diensthandy nichts verdächtiges dabei. In der Vergangenheit wurden deshalb die Speicher von Handys auf bullentypische Daten gecheckt, z.B. ständige Nachrichten und Anrufe mit einer Behördennummer.

Griechische Delegation
Wie leider nur aus Presseberichten zu entnehmen ist, sind Gruppen auf die Idee gekommen griechische Politiker und griechische Gewerkschafter an der Demospitze laufen zu lassen.
Das ist zwar nicht revolutionär sondern reformistisch, für den Fall das es sich dabei um Vertreter von „Syriza“ handeln sollte aber nicht so schlimm, da diese wenigstens antifaschistisch ist.
Sollte es sich aber um Delegierte von KKE oder PAME handeln, ist vorsicht geboten. Diese bezeichnen Menschen wie uns als „Anarchofaschisten“ die sie auch in Athen zum Schutz der Bullen öfters angreifen. Auch eine Delegation von GSEE oder der Beamtengewrkschaft ADEDY wäre kritisch zu sehen. Beide diskreditieren anarchistische Ansätze in Griechenland, einzelne Funktionäre werden bei Generalstreiks auch Handgreiflich. Von Reihen aus diesen Organisationen ist im Fall von Auseinandersetzungen keine Hilfe zu erwarten.

Die Route
Weil die Demonstration angemeldet ist, nimmt sie eine Route, die es den Bullen ermöglicht dem Ganzen schnell ein Ende zu bereiten.
Wir gehen davon aus, dass die Bullen die Demo irgendwo im Niemandsland zwischen Mitte und Kreuzberg angreifen. Hinweise für die Planung der Bullen war im letzten Jahr der Verzicht auf Parkverbote nach dem jüdischen Museum oder Sperrungen bei der BVG. Wenn ihr nach der Zerschlagung der Demo wieder in den 36 Kiez wollt, meidet den Kotti, dort liegt die Festnahmequote bei 90%!

Ketten
Das laufen in Ketten macht Sinn, wenn die Demo gut organisiert ist und die Bullen zahlenmässig unterlegen sind. Für morgen würden wir eher dazu raten als dichter Mob, der die ganze Straße einnimmt, zu laufen. Zur ganzen Straße gehört auch der Gehweg, den wir nicht dem Bullenspalier überlassen wollen. Achtet darauf, dass keine Lücken entstehen! Lasst die Fahrräder woanders stehen, das sind nur Stolperfallen auf einer Demo! Wenn die Demo langsam wird oder gar stehen bleibt wollen wir das Tempo forcieren weil diese Unbeweglichkeiten und Stillstände nur der Einsatzleitung der Bullen in die Hände spielt.

Wir wollen mit der anarchistischen Präsenz auf der 1.Mai Demonstration morgen in Kreuzberg auch solidarische Grüsse an den gleichzeitigen Generalstreik in Athen vermitteln!

athen