Anschlag gegen Polizeikongress

Dokumentation von https://linksunten.indymedia.org/de/node/74719:

In der Nacht zum 26. Dezember haben wir Fahrzeuge der DEGEWO in Wedding und Friedrichshain angezündet. Nur eine von vielen Möglichkeiten um den 16.Internationalen Polizeikongress, der demnächst nach Berlin kommt, für seine Ausrichter zum Risiko zu machen und um die Verantwortlichen der herrschenden Überwachungssgesellschaft zu schädigen.

„DEGEWO-City“ könnte man inzwischen einige Straßenzüge in Wedding und Kreuzberg nennen. Straßen und Wohnblöcke die nach den Vorstellungen der DEGEWO zugerichtet sind, in enger Abstimmung mit dem Innensenator.

„Die Mieter-Mischung in der Brunnenstraße dagegen ist schon vor Jahrzehnten aus den Fugen geraten, weil sich durch die „damalige Belegungspolitik hier viele Mieter mit sozialen Problemen konzentrierten“. Eine der “besten“ DEGEWO-Ideen ist es dabei, Graffiti „immer sofort zu entfernen“. Die DEGEWO hat einen eigenen Reinigungsservice für die begrünten Innenhöfe und der private Sicherheitsdienst verfügt sogar über einen „Drogenspürhund, der auch schon „gute Dienste“ geleistet hat.

Der Vorführeffekt gelingt: Bielka geleitet mich in einen großen Hof: Alles sauber, kein Graffitti, keine Dealer, keine Penner. „Solche Entwicklungen“, murmelt der Manager, „wie wir sie hier betreiben, könnte ein privater Investor nicht leisten.“ (zitiert nach http://www.bz-berlin.de/archiv/ein-mann-fuer-harte-viertel-article97293.html)

Nicht nur im Brunnenviertel in Wedding betreibt die DEGEWO seit einiger Zeit eine repressive Sicherheits- und Ordnungspolitik. Auch die Wohnblöcke in der Kreuzberger Naunyn – und Waldemarstraße sind davon betroffen. Offene Höfe werden mit Zäunen und Toren versperrt, Kameras überwachen die Treppenhäuser, Verbotsschilder geben genaue Handlungsanweisungen, Graffiti wird sofort entfernt und eine Wachschutzfirma patroulliert fast rund um die Uhr.
In beiden Vierteln sind die Bullen nicht so gerne gesehen, an deren Stelle hat die DEGEWO die gleiche Funktion übernommen. Die Nachbarschaft setzt sich aus einkommensschwachen Menschen mit häufig nicht-deutschen Namen zusammen. Die Wohnblöcke der 70er Jahre liegen in Gebieten mit starken Aufwertungstendenzen, doch die Leute wollen nicht ausziehen. DEGEWO versucht den MieterInnen das Leben so schwer wie möglich zu machen und sich als sicherer Faktor auf geplante Gentrifizierungsprozesse vorzubereiten.

„Ein DEGEWO Kooperationsrat tagt monatlich im Büro des Quartiersmanagement Mariannenplatz. Beteiligt sind neben Vertretern der Wohnungsbaugesellschaft degewo (Eigentümer der drei Hauptblöcke) der Mieterrat-Block 100 e.V., Vertreter der Polizei (AB 53) und das QM-Team.
Zentrales Anliegen der Runde ist die Verbesserung der Wohnbedingungen um den Mariannenplatz. Hauptaugenmerk liegt hierbei auf den Themen: Gestaltung, Sicherheit und Sauberkeit in den Wohnblöcken.“ (zitiert nach http://www.qm-mariannenplatz.de/index.php?id=vernetzungsrunden)

Das Quatiersmanagment im Brunnenviertel wirbt regelmäßig Jugendliche zur Ausbildung bei den Bullen an. Die DEGEWO verwaltet ihre gesamten Akten über Wohnungsbestände und MieterInnen zusammen mit der Firma Optimal Systems. Optimal Systems ist Sponsor beim Internationalen Polizeikongress und wurde erst vor kurzem angegriffen: https://linksunten.indymedia.org/en/node/71041

Autonome Flambierer_innen (polymorphe Sektion)